Auf dieser Seite werde ich verschiedene Aspekte des Ayurveda beleuchten und auf unterschiedliche Themenschwerpunkte eingehen. Die Liste wird laufend erweitert, schaut doch einfach mal wieder rein oder schickt mir eine Nachricht falls euch ein Bereich näher interessiert.

Ayurveda ist das älteste überlieferte Wissen über Heilkunde und Gesundheit im ganzheitlichen Sinne. Der Begriff Ayurveda stammt aus dem Sanskrit und leitet sich aus den Wörtern „Ayus“=Leben und „veda“= Wissen ab. In dieser Wissenschaft des Lebens wird erklärt was dem Leben nutzt und was ihm schadet.

Der Ursprung von Ayurveda liegt vor ca 5.000 Jahren in Indien, es gilt als die „Urmutter aller Heilkünste“. Sein Wissen ist aber nicht an eine bestimmtes Land, Religion oder eine Kultur gebunden. Viel mehr gilt es die Prinzipien des Ayurveda zu verstehen und dem eigenen Kultur- und Lebensraum anzupassen. Und in diesem Sinne möchte ich mit meinem Blog eine kleine Inspiration sein, wie man die ayurvedischen Prinzipien in unser westliches Alltagsleben integrieren kann.

Im ganzheitlichen Sinne betrachtet Ayurveda den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele welcher im Zusammenspiel mit Umwelt und Kosmos steht. Die Grundlage für ein gesundes, glückliches und langes Leben ist dabei das individuelle Gleichgewicht der einzelnen Elemente zu erhalten.

In der ayurvedischen Gedankenlehre bilden die fünf Elemente die Basis aller Materie, für alles was uns umgibt und was wir sind. Diese fünf Elemente sind: Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Aus ihnen leiten sich die 3 Bioenergien bzw. Konstitutionstypen (auf Sanskrit „Doshas“) Vata, Pitta und Kapha ab. Sie stellen eine Verbindung zwischen dem Feinstofflichen und der grobstofflichen Materie her.

Vata, besteht aus den Elementen Äther und Luft und ist somit das feinstofflichste aller drei Bioenergien. Es ist das Bewegungsprinzip in unserem Körper und ist u.a. für die Atmung, die Sinneswahrnehmungen und das Begeisterungsvermögen verantwortlich. Typische Eigenschaften von Vata sind trocken, kalt, leicht, rau, nicht schleimig, feinstofflich und beweglich.

Pitta, das Umwandlungsprinzip besteht aus den Elementen Feuer mit ein wenig Wasser. Auf körperlicher Ebene ist Pitta für den Stoffwechsel- und die Verdauungsvorgänge sowie die Intelligenz, Entschlossenheit und Tapferkeit verantwortlich. Merkmale dieses feurigen Wirkungsprinzipes sind heiss, spitz/penetrierend, sauer, scharf, etwas ölig und flüssig.

Kapha leitet sich von den Silben „ka“= Wass und „slis“=umarmen, umschliessen ab. Die Hauptanteile von Kapha sind die Elemente Wasser und Erde. Diese Stabilitätsprinzip kennzeichnet sich durch die Eigenschaften schwer, kalt, ölig, süss, stabil und schleimig. Kapha gibt dem Körper Struktur, Stärke und Ausdauer, es schmiert die Gelenke und schenkt uns Geduld, Zufriedenheit und Widerstandskraft.

In jedem Menschen sind alle drei Doshas (Vata, Pitta und Kapha) enthalten, jedoch in einer individuellen Zusammensetzung und Ausprägung, Wir sprechen dann von der persönlichen Konstitution auf körperlicher und psychischer Ebene. Die wenigsten Menschen lassen sich jedoch nur einem Typen zuordnen, sondern sind facettenreiche Mischungen aus Vata, Pitta und Kapha. So gibt es insgesamt 7 Kostitutionstypen im Ayurveda: Vata, Pitta, Kapha, Vata-Pitta, Vata-Kapha, Pitta-Kapha und Tridosha.

Sind bei einem Menschen alle fünf Elemente im individuellen Gleichgewicht, so ist er gesund, vital und ausgeglichen. Geraten aber eines oder mehrere Elemente aufgrund von ungeeigneter Ernährungsweise, schlechter Verdauungskraft oder falschem Lebenswandel aus der Basis, so können verschiedene Störungen und Krankheiten entstehen die sich auf psychischer oder körperlicher Ebene manifestieren.

Im Ayurveda, der Wissenschaft vom Leben, bildet die Ernährungslehre ein wichtiger Teil davon. Ayurveda lehrt uns, wie Ernährung uns beeinflusst und wie wir unsere körperliche und psychische Gesundheit durch die „richtige“ d.h. unserem individuellen Organismus angepasste Ernährung erhalten oder wieder erlangen können.

Alles was wir zu uns nehmen hat eine Wirkung auf uns. Diese Wirkung manifestiert sich auf allen drei Ebenen des Menschen (Körper, Geist und Seele), wobei die Seele durch den Geist beeinflusst wird.

Im Ayurveda sagt man „Du bist, was Du verdaust“, denn je nach Konstitutionstyp kann die Verwertung von Nahrungsmitteln sehr unterschiedlich sein und damit können im schlimmsten Fall die wertvollsten Speisen den Verdauungstrakt nahezu unverdaut wieder verlassen. Ernährung ist somit das Produkt von Nahrung und individueller Verdauungskraft.

Das Ziel der ayurvedischen Ernährung ist es, die Tridoshas (Vata-Pitta-Kapha) ins individuelle Gleichgewicht zu bringen und die Verdauungskraft (Agni) zu stärken. Mit jeder Mahlzeit sollen wir neue Lebensenergie gewinnen und das Essen dabei mit allen Sinnen geniessen.

Befindet man sich mit seiner Konstitution im Gleichgewicht so nimmt man oft automatisch und mit grosser Freude Speisen ein, die für das innere und äussere Wohlbefinden verträglich sind. Ist das natürliche Dosha-Gleichgewicht hingegen gestört, so wird man von der jeweils angesammelten Dosha-Kraft oft zu noch mehr „falschem“ Essen verleitet und die jeweilige Störung wird verstärkt. Heisshunger und ungesunde Gelüste sind oft ein Zeichen davon.

Aus diesem Grund bedarf es zu Beginn einer Ernährungsumstellung des Wissens um die Regeln der richtigen Ernährung für die eigene Konstitution und die individuelle Verdauungstätigkeit (Agni). Ebenso spielen die persönliche Lebensweise und Belastungssituation im Alltag eine grosse Rolle, um die optimale Ernährungsweise zu entwickeln.

Das grundlegende Prinzip der Ayurveda Ernährung beruht auf dem Ausgleich der übermässigen Eigenschaften. Eines der wichtigsten Therapeutika für die harmonische Ernährungsbestimmung ist der Einsatz der richtigen Geschmacksrichtung (Rasa). Für jede Dosha-Konstitution werden bestimmte Gewürze, Gemüse, Früchte usw. nach ihrem Geschmack ausgewählt und auf individuelle Weise zubereitet. Auf diese Weise nutzen wir die tägliche Ernährung als Heilmittel und Ausgleichstherapie für die körperliche und geistige Gesundheit.

Kennt man die Wirkung der einzelnen Lebensmittel auf die Doshas und zusätzlich seine persönlichen Konstitution, so lernt uns Ayurveda welche Lebensmittel förderlich und welche schwächend auf uns wirken, und welcher Weg uns zum harmonischen Ausgleich führt.

Um zu erkennen ob ein Nahrungsmittel Vata, Pitta oder Kapha anregt, orientiert man sich zunächst an seinem Geschmack/Rasa. Im Ayurveda unterscheiden wir sechs Geschmacksrichtungen: süss, sauer, salzig, scharf, bitter und zusammenziehend. Sie wirken folgendermassen auf die Doshas ein:

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Um den optimalen individuellen Ausgleich von Vata, Pitta und Kapha zu erzielen arbeiten wir im Ayurveda immer mit dem überhöhten Dosha. Diesem gilt das Hauptaugenmerk und dieses gilt es erst zu besänftigen und zu senken.

Grundsätzlich sollten alle sechs Geschmacksrichtungen innerhalb einer ayurvedischen Mahlzeit vertreten sein, je nach Konstitution im individuell optimalen Mass. Bei Krankheiten, Dosha-Störungen und Fastenkuren sollten die Geschmacksrichtungen jedoch einzeln oder therapeutisch eingesetzt werden.

Diese Übersicht veranschaulicht das Ayurveda-Wissen und ist sicherlich hilfreich. Eigentlich geht aber darum um selbst zu erfahren was tut mir gut und was sollte ich besser lassen. Ziel ist es, diesen feinen Spürsinn aufzubauen und ihn wie einen Schatz zu hegen. Das, was einem nicht gut tut, dann auch zu lassen, wird im Ayurveda als „intelligent“ bezeichnet.

Im Ayurveda heisst es „Der Mensch ist, was er verdaut“ d.h. was der Körper aus der Nahrung macht.

Im Gegensatz zur klassisch westlichen Ernährungslehre, wo man die Lebensmittel nach ihren Inhaltstoffen als gesund oder ungesund deklariert, geht es im Ayurveda mehr darum welche Nahrung der individuelle Körper tatsächlich ver-stoff-wechseln kann, ohne dabei Gifte, Schlacken (Ama) oder zu viel Abfallstoffe zu bilden.

Die Verdauungsleistung eines jeden Menschen hängt jedoch davon ab, wie stark das Verdauungsfeuer (Agni) brennt. Agni wird in unserem Körper vor allem vom thermischen Prinzip Pitta erzeugt und hilft uns das in der Nahrung enthaltene Prana (Energie) freizusetzen und unserem Körper zuzufügen. Aus einem „fremden“ Stoff wie z.B. einem Apfel wird ein „körpereigener“ Stoff, d.h. er wird in Körpergewebe umgewandelt.

Damit Agni in einem angemessenen Mass brennen kann ist ein individueller Ausgleich unserer Vata, Pitta und Kapha-Energien notwendig. Wenn jedoch dieses Gleichgewicht gestört ist, dann wird entweder zu viel oder zu wenig verdaut und langfristig entstehen körperliche Schwachstellen, Blockaden oder Krankheitsbilder.

Die Entstehung von Ama – Schlacken

Eine träge Verdauung kann das Essen nicht richtig verarbeiten, auch die qualitativ beste Nahrung wird dann für unseren Organismus zur Belastung. Die unverdauten Reste übersäuern den Körper und wirken als Giftstoffe. Diese unverdauten, sauren, toxischen Substanzen nennen wir Ama (auf Sanskrit „ungekocht“). Das Ama schwächt unser Verdauungsfeuer weiter und ein noch schwächeres Agni ist immer weniger in der Lage die Nahrung zu verarbeiten, es baut sich immer mehr Ama auf und schliesslich entsteht ein Teufelskreis. Die Gifte schwächen den Körper zunehmend, lagern sich ab und führen zu diversen Blockaden oder Krankheiten.

Eigenschaften von Agni und Ama

Ama hat eine klebrige Konsistenz und hat die Tendenz sich mit anderen Substanzen zu verbinden. Auf diese Weise verursacht es Funktionsstörungen bei Vata, Pitta und Kapha, es verklebt unsere Transportkanäle (Srotas) und lässt „schlechtes“ Gewebe wachsen, wodurch wiederum Krankheiten entstehen können. Typische Symptome von einer Ama-Belastung sind u.a. Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Zungenbelag, Atemgeruch, allgemeine Lethargie, Verlust der geistigen Klarheit, Depression, Verminderte Immunität sowie Schweregefühl und Steifigkeit im Körper. Auch in psychologischer Hinsicht kann Ama entstehen, z.B. durch das Festhalten an negativen Gefühlen und Gedanken. Unverarbeitete Gefühle und Erlebnisse schwächen unser geistiges Agni und folglich wird auch das körperliche Agni herabgesetzt. Unverdaute Erlebnisse können ebenso toxisch wirken wie unverdaute Nahrung.

Während Ama kalt, feucht, schwer, übel riechend und unrein ist, zeichnet sich ein gesundes Verdauungsfeuer/Agni durch die gegensätzlichen Charakteren wie heiss, trocken, leicht klar, duftend und rein aus.

Die Befreiung von Ama 

Um einen Körper erfolgreich von Schlacken zu befreien bedarf es der Vermehrung von Agni, d.h. das Verdauungsfeuer muss angeregt werden. Dies ist auch ein Grund dafür, weshalb im Ayurveda mit solch einer Vielfalt von verdauungsfördernden Gewürzen und Zutaten gekocht wird. Ständig geht es darum, um unsere innere Flamme der Verdauung (körperlich und geistig) auf einem ausgeglichenen Niveau brennen zu lassen.

Wenn jedoch Anzeichen von Giftstoffen/Ama im Körper gegeben sind muss man die Behandlung in erster Linie auf deren Ausscheidung richten. So wie ein dreckiger Schwamm keine neue Farbe aufnehmen kann, benötigt der menschliche Körper erst eine Reinigung um wieder saubere und nährstoffreiche Nahrung aufnehmen zu können und den Stoffwechsel anzukurbeln. Eine ayurvediche Reinigungs- oder Fastenkur stellt oft eine wirksame Massnahme zur Ama-Beseitigung dar.

Nach der Devise „Vorsorgen ist besser als heilen“ bietet die Ayurvedalehre eine Reihe von Präventionsmassnahmen um auf ganzheitliche Art das gesundheitliche Gleichgewicht zu erhalten oder Ungleichgewichte auszubalancieren.

Von den vielen wertvollen Ratschlägen die Ayurveda in Bezug auf Ernährung bietet, habe ich hier eine Liste meiner „Top 10“ zusammengestellt. Manche der Tipps werden für dich vielleicht banal klingen, wie z.B. iss in Ruhe, sitzend an einem angenehmen Ort. ABER es ist gar nicht so einfach um diesen Ratschlag immer zu befolgen, vor allem wenn wir z.B. im Berufsleben neben gestressten Arbeitskollegen in einer überfüllten Kantine oder mit anstrengenden Geschäftspartnern die Mittagspause verbringen müssen. Aber glücklicherweise gibt es ja (fast) immer eine Alternative.

  1. Bevorzuge immer frische Zutaten in bester Qualität und verwende vielseitige, abwechslungsreiche Lebensmittel. Frisches Obst und Gemüse hat nicht nur mehr Vitamine und Mineralstoffe, es ist auch reich an Prana/Lebensenergie und erhöht unsere Vitalität. Mit Sorgfalt und Liebe zubereite Speisen verstärkt zudem die energiespendende Wirkung der Nahrung.
  2. Trinke genügend stilles abgekochtes Wasser regelmässig über den Tag verteilt, denn abgekochtes Wasser wirkt ausleitend. Wer einmal damit beginnt um tagsüber warmes Wasser zu „schlürfen“ kann es meistens nicht mehr lassen. Meine Tasse mit warmem Wasser begleitet mich den ganzen Tag, ob zuhause oder unterwegs im Thermobecher. Und besonders an einem hektischen oder chaotischen Tag kann so ein Schlückchen warmes Wasser dazwischen besonders wohltuend und beruhigend wirken. Hingegen soll laut Ayurveda kurz vor dem Essen und auch während des Essens nur sehr sparsam getrunken werden, und natürlich auch nie kalt. Die Verdauungsenzyme würden sonst zu viel verdünnt und unser Verdauungsfeuer gelöscht werden.
  3. Sei wählerisch und kritisch was deinen Essplatz betrifft und schaffe dir einen angenehmen Ort in einer harmonischen Atmosphäre. Nimm deine Mahlzeiten immer sitzend ein. Eine hektische Umgebung, Menschenansammlungen, oder Essen auf der Strasse im Stehen ist sehr ungesund. Ein Streitgespräche am Esstisch belastet nicht nur das Nervensystem sondern es schnürt uns regelrecht den Magen zu und unverdaute Speisen belasten dann unseren Körper. Auch zu hastig heruntergeschlungenes Essen oder durch andere Tätigkeiten (wie z.B. Fernsehen, Zeitung, I-Pad) unterbrochenes Essen wird nur ungenügend verdaut und führt zur vermehrten Toxinablagerungen (Ama).
  4. Versuche in einem regelmässigen Rhythmus zu essen, am besten drei Mahlzeiten pro Tag (mittags die Hauptmahlzeit), das gleicht Vata aus. Ergänze die Speisen mit verdauungsfördernden Gewürzen und achte auf die ausgewogene Vielfalt der sechs Geschmacksrichtungen.
  5. Unsere Speisen sollen nicht nur förderlich für die persönliche Konstitution sein, sondern auch der jeweiligen Jahreszeit und Saison angepasst sein. Bevorzuge im allgemeinen warme, ölige und nährende Speisen denn eine warme Mahlzeit wird schneller und leichter verdaut und regt unser Verdauungsfeuer/Agni an.
  6. Eine ayurvedische „Faustregel“ besagt dass der Magen beim Essen zu einem Drittel mit Speisen, zu einem Drittel mit Flüssigkeit und zu einem Drittel mit Luft gefüllt sein soll. Auf diese Weise hat er genügend Platz für seine Bewegungen bei der Verdauungsarbeit. Meistens essen wir genau dieses letzte Drittel zu viel, weil es ja so lecker ist.
  7. Sorge für ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten und vermeide dauerndes „snacken“. Erst wenn die Speisen vollständig verdaut sind soll wieder neue Nahrung zugefügt werden denn sonst stören wir den laufenden Verdauungsprozess und unverdaute Speisereste bleiben im Magen und Darmtrakt liegen. Es sollen ca. 4-6 Stunden bis zur nächsten Mahlzeit vergehen, je nach Konstitutionstyp und Menge/Art der Nahrung. Nach einem kleinen oder leichten Essen z.B. nach Obst, sollte man ca. zwei Stunden warten. Ein Mittagsschlaf nach dem Essen ist keine gute Idee, denn er vermehrt Kapha und führt langfristig zu einer Gewichtszunahme. Wenn du dich aber nach dem Essen kurz erholen möchtest dann leg dich doch besser für fünf Minuten auf die linke Seite, das beeinträchtigt die Verdauung nicht sondern regt sie sogar noch an.
  8. Die Verbindungen bestimmter Nahrungsmittel sind laut Ayurveda ungünstige Lebensmittel-Kombinationen welche sich negativ auf unseren Verdauungstrakt auswirken. Dabei sind u.a. folgende Regeln zu beachten: Kombiniere in einer Mahlzeit kein rohes Obst mit gekochten Speisen. Milch verträgt sich nicht mit Salzigem oder Saurem und auch nicht mit Banane. Eier sollen nicht mit Milch, Joghurt oder Käse gemischt werden. (verwende deshalb für Kuchen oder Pfannkuchen besser Reis- oder Sojamilch). Milchfreundlich sind z.B. Mango, Weintrauben, Honig, Ghee, Butter, Ingwer, Pfeffer, Zucker, Reisflocken, Gerste und die Amla Frucht. In einer Mahlzeit sollen keine tierischen Eiweisse gemischt werden. Honig und Ghee sollen nicht zu gleichen Teilen gemischt werden. Du solltest auch keine kalten Speisen gleichzeitig mit warmen Speisen oder Getränken kombinieren.
  9. Hast du schon mal etwas von „Nicht-Lebensmitteln“ gehört, das sind Stoffe, die nach der Verdauung vom Körper nicht vollständig verwertet werden können. Diese „Nicht-Lebensmittel“ gilt es zu meiden, Beispiele dafür sind Cola, Margarine, Geschmacksverstärker (Glutamat), künstliche Süssstoffe, kernloses Obst aber auch homogenisierte Milch.
  10. Du sollst, laut Ayurveda, deine natürlichen körperlichen Bedürfnisse und Reflexe nicht unterdrücken. Sei das z.B. ein Gang auf die Toilette der nicht unnötig aufgeschoben werden sollte, oder aber auch Blähungen, Niessen, Gähnen, Schlaf, Durst und Hungergefühle die man sich besser nicht verkneifen sollte. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen dass meine Kinder diese ayurvedische Regel mit Freue zitieren. Was wir hingegen kontrollieren sollten sind „innere Antriebe die zu untugendhafte Taten führen“. Gemeint ist damit die bewusste Kontrolle von Eigenschaften wie Habgier, Stolz, Neid, Anhaftung, Lügen, Geschwätz, Gewalt oder Diebstahl. Ohne näher darauf einzugehen, ich glaube ihr wisst was gemeint ist. Ein guter und authentischer Mensch zu sein ist nicht nur für den Weltfrieden aber auch für deine persönliche Gesundheit von Vorteil.

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Wer diese Ratschläge tatsächlich in seinem Leben anwendet wir schon sehr bald die positiven Folgen spüren. Vielleicht spricht dich der eine oder andere Vorschlag ja an, oder du befolgst einige der Dinge ohnehin schon.  

Mit Hilfe der Konstitutionsbestimmung von Vata, Pitta und Kapha wird der grobstoffliche Körper in der klassischen Ayurvedalehre definiert. Die mentale Konstitution eines Menschen wird hingegen anhand der drei Gunas tamas, rajas und sattva beschrieben. Sie prägen die fundamentalen Charaktereigenschaften und Persönlichkeitsanteile eines jeden Menschen. Die drei Gunas kommunizieren auf der feinstofflichen Ebene zwischen Seele und Geist.

Die drei Gunas lassen sich anhand folgender Eigenschaften und Vorlieben beschreiben:

  • SATTVA/ Reinheit

Sehr gutes Wissen, gutes Gedächtnis, Geduld, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Wahrhaftigkeit, Reinheit, Anpassungsfähigkeit (sich selbst aber noch treu bleibend), tiefgründig, Analysefähigkeit mit harmonischen Deutungen, selten mentale Störungen, hohe moralischen Werte

  • RAJAS/ Leidenschaft

Aktivität des Geistes, grosses Ego, Ungeduld, viele Wünsche, Unzufriedenheit, Tendenz zu übersteigerter Erregung im Gefühlsleben, Intoleranz, Eifersucht, Ängstlichkeit, Neigung zu Aggression, Ereignisse werden oft negativ gedeutet, Kritiksucht, Gier nach Attraktion und Ablenkung

  • TAMAS/Trägheit

Schwach ausgeprägter Intellekt, schwere Ignoranz und Faulheit, wenig Temperament, Gier nach Primitivem, depressive Tendenz, Gedächtnisstörungen, kann zu geistigen Erkrankungen führen.

 

Eine Störung des Geistes beruht aus ayurvedischer Sicht immer auf einem Ungleichgewicht der drei Gunas, wobei tamas und rajas als negative, den Geist schwächende Attribute gesehen werden. Die positive Kraft von sattva hingegen kann diese Störfaktoren ausgleichen.

Durch eine sattvische Geisteshaltung sollen negative Konstitutionseigenschaften transformiert werden und wir können unsere „beste“ Seite zum Strahlen bringen. Der sattvische Persönlichkeitsausdruck kann auch durch Yoga, Pranayama oder Meditation gestärkt werden.

 

Spirituelle Ernährung für den Geist

Ayurveda empfiehlt eine reine und naturbelassene Ernährungsform, deren Ziel die Steigerung der geistigen Verfassung im Menschen ist. Dabei werden die Ernährungskriterien nach den drei Gunas ausgerichtet und bei der Überwindung von rajas und tamas wirkt die Steigerung von sattva unterstützend.

 

Nahrungsmittel, die besonders gut das sattva stärken:

– Datteln, Rosinen, Granatapfel, Trauben, Feigen

– Blattgemüse, Zucchini, Süsskartoffel

– Gersten, Weizen, Reis

– Mungbohne, rote Linsen

– Mandeln, Walnüsse

– Ghee, Butter, Sesamöl

– Ajwein, Hing, Rosmarin, Safran, Basilikum, Ingwer, Bockshornkleesamen, Kardamom

– Milch, Honig, ayurvedische Buttermilch

Die Theorie der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha ist das Fundament des Ayurveda. Im menschlichen Körper manifestieren sich die fünf Elemente (Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde) als biophysikalische Wirkungsprinzipien, welche als Doshas (Vata, Pitta, Kapha) bezeichnet werden. Sie bilden die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele und bestimmen und regeln die Funktionen des Körpers, des Geistes und des Bewusstseins.

wild natureDas Bewegungsprinzip VATA besteht setzt sich aus den zwei Elementen Luft und Raum zusammen, es ist das feinstofflichste aller drei Prinzipien. Seine Eigenschaften sind leicht, trocken, kalt und beweglich.

Der Vata-Typ hat meist einen schlanken, eher knochigen Körper, er ist kreativ, entscheidet gerne aus dem Impuls, er spürt viel und kann auch manchmal vergesslich oder chaotisch sein.

Bei Hungergefühl wird er nervös aber er vergisst auch mal eine Mahlzeit. Seine körperlichen Schwachstellen sind aufgrund der Kälte und Trockenheit Problemen im Bewegungsapparat (Bandscheiben, Arthrose…), oft leidet er an einer unregelmässigen Verdauung (Blähungen, Verstopfung) oder auch an Nervenschwäche (Sorgen, Ängste, Schlafstörungen etc.).

 

PITTA besteht aus dem Element Feuer, mit ein wenig Wasser – es ist im Körper für sämtliche Transformationsprozesse (u.a. den Stoffwechsel) verantwortlich. Dieses Hitzeprizip hat die Eigenschaften heiss, leicht ölig, sauer, flüssig und scharf.Fire flames background

Pitta-Typen sind oft athletisch gebaut und von mittlerer Statur, ein „feuriger Blick“ verrät oft ein vorherrschendes Pitta. Sie treiben gerne Sport, sind beweglich und zielorientiert. Entscheidungen werden mit Vernunft getroffen und der Pitta-Mensch brilliert gerne als guter Redner oder mitreissender und intelligenter Gruppenleiter. Auf Hungergefühl regiert er mit Ungeduld und im Prinzip lässt er keine Mahlzeit aus. Gesundheitliche Schwachstellen treten in Form von Entzündungen im Köper oder Übersäuerungen auf, er neigt zu frühzeitigem Ergrauen und Haarausfall.

 

 

Aus den Elementen Wasser und Erde setzt sich das Erhaltungsprinzip KAPHA zusammen. Es wird als kalt, unbeweglich, schwer, schleimig und weich beschrieben.

Abstract underwater backgrounds for your designKapha-Menschen haben einen starken Körperbau, runde weiche Formen, sie neigen zu Übergewicht und Verschleimung. Der Kapha-Mensch liebt Routine und hasst Stress. Das Prinzip der Erhaltung und Ansammlung werden wir bei ihm in allen Lebensbereichen finden. Er ist ein zufriedener, friedlicher und geselliger Mensch und als treuen Freund beliebt.

 

Die wenigsten Menschen lassen sich nur einem eindeutigen Konstitutionstyp zuordnen, sondern sie sind faszinierende Mischungen aus Vata, Pitta und Kapha. Ein „Mischtyp“ kann sich auch in einer unterschiedlichen Prägung der körperlichen und geistigen Anlagen zeigen. Die richtige Ernährungsform ist dann oft wie ein Mosaik, in das auf ganzheitliche Weise die differenzierten Bedürfnisse der Person (Verdauungskraft, körperliche und emotionale Anlagen) verwebt sind.

 

Die ganzheitlichen Ernährungsempfehlungen des Ayurveda berücksichtigen neben der körperlichen und psychischen Konstitution auch die individuelle Verdauungskraft und die persönliche Lebensweise. Bei der typgerechten Ernährung sollen durch die richtige Auswahl und Zubereitung der Nahrung die Doshas (Vata, Pitta und Kapha) in Balance gebracht werden. Nach dem Prinzip „Gegensätze gleichen sich aus“ wird die tägliche Ernährung zur Besänftigung der ausgeprägten Eigenschaften eingesetzt.

 

Empfehlungen zum Ausgleich von Vata:wild nature

  • Drei warme und gekochte Speisen am Tag, warme Getränke
  • Nährende, erdende Gerichte wie kräftigende Suppen und Eintopfgerichte
  • Ruhige beständige Lebensweise mit regenerierenden Pausen und ausreichender Bettruhe, Stress und Ängste abbauen, ruhige Atmosphäre beim Essen
  • Bevorzuge: süsse Früchte, erdendes Gemüse, Milch, Mungbohne, Huhn, Mandeln Reis, Hafer, Weizen
  • Meide: schwer verdauliche und kalte Speisen wie z.B. Rohkost, Kohlgemüse, zu stark gewürzte Speisen
  • Empfohlene Gewürze: Ingwer, Kreuzkümmel, Hing (Asafötida), Fenchel, Zimt, Anis, Basilikum, Lorbeer.

 

Empfehlungen zum Ausgleich eines feurigen Pittas:Fire flames background

  • Die Hauptmahlzeit mittags einnehmen, dann brennt das Verdauungsfeuer/Agni am stärksten
  • Langsam und bewusst essen, gut kauen und einspeicheln
  • Sport und Bewegung helfen zum körperlichen und mentalen Ausgleich
  • Bevorzuge Speisen und Getränke mit den Eigenschaften: süss, kühlend, wenig gekochte, mild gewürzt; z.B. Trauben, Feigen, süsse Äpfel, grünes (Blatt)Gemüse, eiweissreiche Nahrungsmittel, Ghee, Reis, Hafer Gerste, auch regelmässig Rohkost
  • Meide: Säure und erhitzende Nahrungsmittel (Zitrusfrüchte, saure Beeren, Essig, Tomaten, Kaffee, Salz, Alkohol, rotes Fleisch, saure Michprodukte, Senf, Chili)
  • Ausgleichenden Gewürze verwenden wie: Kurkuma, Koriander, Kardamom, Fenchel, Dill, Safran und viel frische Gartenkräuter

 

Abstract underwater backgrounds for your designEmpfehlungen zum Ausgleich eines schweren und stabilen Kapha’s:

  • Nicht zuviel Essen und Zwischenmahlzeiten meiden, leichte Speisen
  • Am Morgen und am Abend auf alles Schwere (Rohkost, Käse, Fleisch oder Sahne) verzichten, nur wenig Fettstoffe
  • regelmässige Bewegung und Sport auch an der frischen Luft um den Stoffwechsel anzukurbeln und mehr Leichtigkeit zu gewinnen
  • Eiweiss und Kohlenhydrate in einer Mahlzeit trennen
  • Bevorzuge: bittere, scharfe und anregend gewürzte Speisen, viel gekochtes Gemüse auch Kräutersäfte, leichte Proteine aus Hülsenfrüchten und Samen, Gerste, Mais, Hirse, roter Reis, Waldhonig
  • Meide: schwere und kalte Nahrungsmittel, Fleisch, Milch- und Milchprodukte, Datteln, Mango, Banane
  • mit scharfen, bitteren Gewürzen das Verdauungsfeuer anregen z.B. Chili, Pfeffer, Ingwer, Kreuzkümmel, Bockshornklee, Kresse, Schnittlauch

 

Es gilt zu beachten dass die oben aufgelisteten Ratschläge allgemein gehalten sind und als Richtwerte dienen sollen. Viele Menschen sind „Mischtypen“ und es herrschen dann hauptsächlich zwei Dosha-Element vor. Je nach aktuellem Gesundheitszustand, Lebensphase oder Lebensweise bedarf es einer persönlichen Beratung und individuell abgestimmter Ernährungsempfehlungen.