Bulgur mit Randen & Orangen-Twist

Zutaten (für ca. 4 Portionen): 

  • 3 mittelgrosse Randen/Rote Bete (ca. 500g)
  • 3 EL Sesamöl
  • 1 TL Kreuzkümmel-Samen, ganz
  • 1 TL Kümmel-Samen, ganz

 

  • 200 g Bulgur
  • 500 ml heisse Gemüse-Bouillon (Packungshinweis beachten)
  • 1 Handvoll Rosinen
  • 100 g Walnüsse
  • 2 Orangen
  • 1 Bund glatter Petersilie
  • ½ -1 Zitrone, Schalenabrieb und Saft
  • 2-3 EL Walnuss- oder Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • (Optional: Feta Würfel oder gekochte Kichererbsen)

Zubereitung:

Den Ofen auf 180 Grad Umluft aufheizen. Sehr grosse Randen-Knollen halbieren, ansonsten die ganzen Randen in einer Ofenschale mit Sesamöl, Kreuzkümmel und Kümmel marinieren. Für ca. 40-60 Minuten garen, dazwischen hin und wieder die Knollen wenden.

Den Bulgur in einem heissen Topf kurz anrösten und mit der doppelten Menge heisser Gemüse-Bouillon aufgiessen, die Rosinen dazugebe und einmal aufkochen lassen. Anschliessend die Hitze reduzieren und den Bulgur mit geschlossenem Deckel, für ca. 15-20 Minuten, quellen lassen.

In der Zwischenzeit die Walnüsse grob hacken, das Fruchtfleisch der Orangen würfeln und die Petersilie fein hacken.

Die Randen mit einem spitzen Messer einstechen und kontrollieren ob sie weich sind. Danach etwas auskühlen lassen und die noch warmen Knollen schälen. Die Randen in mundgerechte Stücke schneiden. Die restlichen Gewürzsamen in der Ofenschale bewahren, grob hacken und zum Bulgur geben.

Ebenso die Walnüsse, Orangenstücke und Petersilie unter den Bulgur heben. Das Gericht mit abgeriebener Zitronenschale, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Öl abschmecken.

Wer möchte, kann noch Feta-Würfel oder gekochte Kichererbsen unterheben, um dem Gericht mehr «Fülle» zu geben. Auf einem frischen Feldsalat angerichtet, mit Zimt-Harissa oder einem Klecks Joghurt serviert…. es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um diesen farbenfrohen Bulgur zu geniessen.

Das Bulgur-Rezept mit Randen (Rote Bete) und Orangen ist eine köstliche Alternative zum sommerlichen Couscous-Salat, man könnte es auch als Winter-Taboulé bezeichnen. Die bunte Farbenpracht erfreut das Auge und das Gemüt, wenn zudem die Geschmacksknospen verwöhnt werden und sich im Bauch ein wohliges Gefühl ausbreitet…. dann trifft Glück auf Genuss.

Für das Rezept werden die Randen mit den Kümmelgewürzen im Ofen langsam gegart, der süssliche Geschmack und die Gewürze kommen dadurch optimal zur Geltung. Das braucht zwar etwas Geduld, es lohnt sich aber tatsächlich, um ungekochte Knollen zu kaufen. Für eine zeitsparende und praktische Abwandlung kann man natürlich auch vorgekochte Randen verwenden. Ich würde diese in mundgerechte Stücke schneiden und in einer Pfanne mit heissem Sesamöl und den gemahlenen Kümmelgewürzen andünsten. Anschliessend den gesamten Pfanneninhalt, mitsamt dem Öl, zum gekochten Bulgur geben.

Wurzelgemüse im Winter

In der kalten Jahreszeit bevorzugen wir erdnahe Gemüsesorten, sie versorgen uns mit der nötigen Energie und Ausdauer und fördern die geistige Stabilität. Aus ayurvedischer Sicht wirken Randen (Rote Bete) ausgleichend auf das Vata und Kapha-Dosha, sie passen ideal zum Herbst und Winter. Durch die Kälte und den Lichtmangel wird unser Immunsystem nämlich im Winter immer wieder auf die Probe gestellt.  Randen haben einen süsslichen und erdigen Geschmack. Das vitalstoffreiche Gemüse ist reich an Eisen, weshalb es auch die Produktion von roten Blutkörperchen anregt. Randen unterstützen Leber und Gallenblase bei der Entgiftung und fördern die inneren Reinigungsprozesse im Körper.

Bulgur ist ein Getreideprodukt aus Weizen.

Bulgur stammt aus der orientalischen Küche und er wird ähnlich wie Couscous zubereitet, er ist aber etwas grobkörniger. Bulgur sollte mit siedendem Wasser übergossen und anschliessend gequellt werden. Bulgur wird in unterschiedlichen Feinheitsgraden gemahlen, davon hängt auch die Garzeit ab. Also bitte liess erst den Packungshinweis, bevor du dich strikt an das Rezept hältst. Das Wasser sollte am Schluss aufgesogen sein und die Körner dürfen noch einen leichten Biss haben.

Getreide ist ein wichtiger Baustein für die tägliche Ernährung und wird in der Ayurvedaküche in Form von Fladenbroten (Chapati) oder Süssspeisen gerne verabreicht. Das vorherige Anrösten der Körner steigert die trockenen und leichten Qualitäten und macht das Gericht leichter verdaulich. Wenn ich z.B. Reis koche oder einen Griessbrei zubereite, dann röste ich die Körner in einem ersten Schritt in der heissen Pfanne kurz an (evtl. mit Gewürzen), bevor ich die Flüssigkeit zufüge. Natürlich verbessert auch die Zugabe von Gewürzen die Verträglichkeit und Verdaubarkeit einer Speise.

Weizen im alten Ayurveda – Weizen heute

Dem Weizen werden im Ayurveda heilende Qualitäten zugesprochen, er gilt als Stärkung für den Körper und die Psyche, auch als aphrodisierend und er wird gerne zur Steigerung der Leistungsfähigkeit eingesetzt. In den alten Schriften ist in diesem Zusammenhang auch oft von «gelagertem“ oder „altem“ Weizen die Rede, d.h. er sollte vor dem Verzehr länger als ein Jahr gelagert werden. Das wird bei unserem handelsüblichen Mehl, Couscous oder Bulgur wohl weniger der Fall sein. Es wird auch vermutet, dass sich die ayurvedischen Empfehlungen auf alte Getreidesorten, die bei uns unter dem Namen «Einkorn» oder «Emmer» bekannt sind, beziehen.  

In unserer schnelllebigen Gesellschaft wird Weizen heutzutage im Übermass konsumiert, in minderwertiger Qualität produziert und vielen Lebensmitteln als kostengünstiges «Füllmittel» zugefügt. Weizen gilt als Allergieauslöser oder Krankheitsursache und hat den Ruf ein Dickmacher zu sein. Das Problem sehe ich allerdings nicht so sehr in der Getreideart an sich, sondern es liegt mehr an der industriellen Verarbeitung oder der genetischen Überzüchtung der Pflanze. Ein grosser Einfluss hat auch die Menge bzw. Häufigkeit der Einnahme: Brot am Morgen, Pasta zu Mittag, Gebäck am Nachmittag und eine Brotmahlzeit am Abend – häufig wird Weizen im Überfluss konsumiert, bis dann der Körper auf ein Zuviel an Gluten reagiert. Zahlreiche Fertigprodukte aus Weizen oder Backwaren enthalten auch Zusatzstoffe, die sich ungünstig auf die Gesundheit auswirken oder vom Körper gar nicht verarbeitet werden können. 

In der Ayurveda-Ernährungstherapie achten wir auch immer auf die Art der Kombination mit anderen Lebensmitteln.  Aus ayurvedischer Sicht sind die Ursachen für allergische Symptome häufig sehr komplex und weniger auf die Qualität von nur einem Lebensmittel zurückzuführen.  

Meine Empfehlung ist es, um möglichst naturbelassene Nahrungsmittel in hochwertiger Bio-Qualität zu verwenden. Es sollte möglichst selbst gekocht und warm gegessen werden. Denn warme Speisen regen den Stoffwechsel an und auch schwer Verdauliches kann dadurch besser aufgespalten und verwertet werden. Eine abwechslungsreiche Küche, mit saisonalen Zutaten trägt dazu bei, dass wir Körper und Geist ganzheitlich stärken und nähren und dadurch unsere Abwehrkräfte stärken.

Bleib gesund und lass es dir schmecken! 

Daniela 

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