Fresh herbs

“Ayurveda aus meinem Garten” & Chyavanprash Helvetikum

Chyavanprash Helvetikum ein herbstliches Fruchtkräutermus

von Dr. Andrea Küthe Albrecht

Zutaten:

  • 1000 g Beeren und Früchte (je ca. 500 g Wald- Beeren und 500 g Garten-Früchte):
  • Kornellkirsche
  • Holunderbeere
  • Brombeere
  • Hagebutte
  • Sanddorn
  • Vogelbeere
  • Schlehe (Schwarzdorn)
  • Birnen
  • Zwetschge
  • 150 ml Wasser
  • Heilpflanzen (getrocknet):
  • 1 TL Löwenzahnwurzel
  • 1 TL Mariendistel (Frucht)
  • 1⁄2 TL Engelwurz (Wurzel)
  • 1 TL Wegwarte (Kraut)
  • 1⁄2 TL Wermut (Kraut)
  • 500 g Rohrohrzucker
  • 100 g Ghee / gesottenen Butter (aus Bio Butter)
  • Gewürze (getrocknet, pulverisiert):
  • je 1 TL Ingwer, Zimt, Nelke, Kardamom, Kurkuma

Zubereitung:

  • Die Beeren und Früchte rüsten, wiegen und in einen grossen Topf geben. Separat kochen sollte man Kornellkirsche, Hagebutte, Schlehe (hier muss man die Steine bzw. Kerne entfernen, bevor man sie zu den anderen Früchten gibt).
  • Pro kg Früchte und Beeren gibt man nach und nach 150 ml Wasser hinzu.
  • In einen Teebeutel oder ein Stoffsäckchen füllt man die getrockneten Wurzeln und hängt sie mit einem Bindfaden in den Beerensud. So macht man einen Dekokt aus den Heilkräutern zusammen mit den Früchten und Beeren.
  • Das Ganze lässt man aufkochen und dann bei niedriger Temperatur sanft köcheln für etwa 2 Stunden.
  • Danach stellt man den Topf für ca. 24h an einen kühlen Ort (z.B. Keller).
  • Am nächsten Tag entfernt man den die Wurzeln und seiht die Flüssigkeit zunächst vom Beerensud ab. Die Flüssigkeit wird aufgefangen und mit dem Zucker erwärmt bis der Zucker sich auflöst.
  • Den festeren Bestandteil der Früchte und Beerenmasse püriert man oder lässt es durch ein Sieb oder Passe vit. Zu dem so gewonnenen Mus gibt man nun das Ghee (gesottene Butter) – wer hat in einem Eisentopf – und erwärmt es.
  • Wenn sich das Fett mit dem Fruchtmus vermischt hat, gibt man nach und nach bei geringer Hitze den Zuckersaft hinzu (hier schauen, dass das Ganze nicht zu flüssig wird, evtl. nicht alle Flüssigkeit einrühren) und lässt alles eindicken.
  • Zum Schluss gibt man die pulverisierten Kräuter hinzu, schmeckt dasFruchtkräutermus ab und füllt es zum Aufbewahren in sterilisierte Gläser ab.

 

UPDATE vom 5.2.15: Gerne möchte ich euch von dem interessanten Vortrag zum Thema „Ayurveda aus meinem Garten“ von Kerstin Rosenberg und Dr. Andrea Küthe Albrecht berichten, der letzte Woche am 30.1.15 in Zürich stattgefunden hat.

Kerstin Rosenberg, die Gründerin und Leiterin der Europäischen Akademie für Ayurveda hat in ihrer Präsentation mit voller Begeisterung über die Wichtigkeit der heimischen Kräuter in der Ayuvedalehre gesprochen. Im Anschluss hat Dr. Andrea Küthe Albrecht die spezielle Heilkraft von Chyavanprash erläutert und uns ihr selbst kreiertes Rezept „Chyavanprash Helvetikum“ vorgestellt.

Sehr beeindruckend fand ich die Erklärungen über „Desha“, was wörtlich übersetzt soviel heisst wie „Ort“, gemeint ist dabei sowohl der Ursprung der Nahrung sowie der Ort des Konsumierens. „Desha“ ist einer der 8 Faktoren der die Wirkung von unserer Nahrung bestimmt. Ayurveda sagt, dass Nahrungsmittel und Kräuter, welche in einem Umkreis von 80m2 von uns wachsen, zeichnen sich durch besonders gute Heil- und Wirkungsqualitäten aus. Frische und regionale Früchte und Gemüse besitzen einfach mehr Vitalstoffe und Heilwirkungen, deshalb sollten wir Pflanzen und Kräutern, die rund um unser Haus wachsen besonderes Augenmerk schenken. So wirken z.B. Äpfel gegen Durchfall und Parasiten, Pflaumen werden bei Erkältungskrankheiten empfohlen und Zucchini sind gut gegen Stress und Burnout. Auch Zwiebeln und Knoblauch werden im Ayurveda aufgrund ihrer immunstärkenden Wirkung empfohlen, jedoch immer nur gekocht und nicht roh. Im Yoga hingegen werden sie wegen ihrer tamasischen Eigenschaften gemieden.

Auch hier zeigt sich wieder, Ayurveda ist keine 1:1 Übertragung aus dem indischen Raum sondern der Schatz des Ayurveda liegt in der individuellen Anpassung an den gelebten Kulturkreis und Breitengrad. Das sehen wir z.B. an den Heilwirkungen von einer verdauungsstärkenden heimischen Minze oder dem Basilikum, er verbrennt nicht nur Stoffwechselschlacken, sondern unterstützt unser Immunsystem, wirkt stressreduzierend und blutreinigend.

Im zweiten Teil des Abends hat uns Dr. Andrea Küthe die Zubereitung und Wirkung von dem verjüngenden Chyavanprash erläutert. Die Basis dieses Fruchtmuses ist die indische Amla Frucht.Exif_JPEG_PICTURE Die aus Indien stammende Amla Frucht kann nicht nur durch ihren extrem hohen Gehalt an Vitamin C auftrumpfen (den sie zudem noch nach dem Kochvorgang grösstenteils behält), sondern sie besitzt fünf der sechs Geschmacksrichtungen. Für die Zubereitung von Chyavanprash werden diese Früchte in einem sehr aufwändigen und zeitintensiven Kochvorgang mit 49 Heilkräutern, Ghee, Honig oder Sharkara und noch weiteren Gewürzen verarbeitet.

Über die Heilkraft von Chyavanprash könnte man Bücher füllen: es hilft den Alterungsprozess umzukehren, wirkt positv auf Lunge, Herz und die Fortpflanzung, steigert die Intelligenz und die Immunität, wirkt entgiftend, ist gut für die Haut, ist ein guter Lieferant von Antioxidantien, es nährt alle 7 Gewebe, und und und…. In der täglichen Ernährung wird die Einnahme am Morgen oder zur Mittagszeit empfohlen.

Da nun aber die Amla-Frucht in unserer Gegend nicht wächst hat sich Dr. Andrea Küthe Albrecht auf die Suche nach einer „Ersatzfrucht“ gemacht, deren Vitamin-C-Gehalt sich mit der der Amla-Frucht messen kann. Fündig wurde sie dann in den heimischen Wäldern, denn die Wildfrüchte und Beeren liefern ebenfalls einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt (Hagebutte), haben einen hohen Anteil an Gerbstoffen (Schwarzdorn) und sind zudem abwehrstärkend (u.a. Schwarzer Holunder).

Ich darf hier das Rezept des „Chyavanprash Helvetikum“ präsentieren und ich kann euch versichern, dieses Fruchtmus ist nicht nur äusserst lecker, es ist auch eine echte Vitamin- und Power-Bombe. Um es zu kreieren braucht es jedoch auch einigen persönlichen Einsatz, denn die meisten der verwendeten Früchte muss man selbst pflücken und sammeln gehen. Am besten im Herbst, denn dann schenkt uns die Natur all diese vitaminreichen Waldfrüchte. Aber hier nun trotzdem schon das Rezept, ihr müsst euch einfach bis zu Herbst mit dem herkömmlichen Chyavanprash über die Runden schlagen. Meinen persönlichen Favoriten gibt es hier.

Und wer sich tiefer in das Wissen der Heilkräuter vertiefen möchte, der kann bei der Europäischen Akademie für Ayurveda eine Ausbildung zum ärztlich geprüften Phytotherapeuten besuchen. In Zürich startet die Ausbildung im April 2015


 

Blog-Post vom 21.1.15: Am Freitag den 30.1.15 organisiert die Europäische Akademie für Ayurveda um 20h15 in Zürich einen Vortrag zum Thema “Ayurveda aus meinem Garten”.

Kerstin Rosenberg und Andrea Kühte Albrecht werden erläutern welche Heilpflanzen in keiner Hausapotheke fehlen sollten und wie Kräuter, Früchte, Wurzeln und Rinden in der Ayurveda-Heilkunde zum Einsatz kommen. Außerdem wird es an diesem Abend viele praktische Empfehlungen geben, u.a. wie du deine Ernährung mit schmackhaften Kräutern und Gewürzen aufwerten kannst.

Ort: Epi-Park Seminarzentrum, Bleulerstr. 60, 8008 Zürich

Der Vortrag ist kostenlos, man sollte sich jedoch anmelden.

Ich finde das klingt sehr vielversprechend und ich hab mir den Termin bereits vorgemerkt. Ich freue mich auf einen interessanten Abend! 

 

 

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