Die 6 Geschmacksrichtungen – Teil 2: scharf – bitter – herb

SCHARF – katu

Es steckt eine ordentliche Portion Feuer hinter dem scharfen Geschmack und er lässt Wärme entstehen. Im Winter kann solch eine Hitzequelle sehr verlockend wirken aber aufgepasst, der scharfe Geschmack ist nicht jedermanns Sache. Je nach Konstitution reagiert der Körper unterschiedlich auf die Schärfe.

Pitta-Menschen haben bereits von Natur aus eine starke Verdauung, sie sollten deshalb auf scharfe Lebensmittel weitgehend verzichten. Die zusätzliche Hitze bringt aufgestaute Wut zum Kochen oder lässt Aggressionen aufsteigen. Der sensible Vata-Typ verträgt keine scharfen Speisen, die Hitze reizt die Schleimhäute und erhöht die bereits vorhandene Trockenheit im Körper. Wer jedoch vom scharfen Geschmack am meisten profitiert ist der gemütliche Kapha-Typ denn Schärfe schenkt Tatendrang, Willenskraft und regt den trägen Stoffwechsel an. Schärfe fördert die Resorption der Nahrung und reinigt den Körper und das Blut. Kapha darf also sein Essen ruhig mit einer ordentlichen Portion Chili aufpeppen oder anregend-scharf würzen.

Scharfe Nahrungsmittel sind u.a.:

Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Rettich, Paprika, Chili, schwarzer Pfeffer, Senf

 

BITTER – tikta

In unserer heutigen Zeit ist es besonders wichtig auch den bitteren Geschmack in den Speisplan einzubauen, denn bitter fördert auf vielen Ebenen das Wohlbefinden. In früheren Zeiten waren bittere Lebensmittel u.a. durch die Verwendung der saisonalen Wildkräuter viel stärker vertreten, durch moderne Zuchtvorgänge werden Früchte und Gemüse heutzutage „entbittert“.

Die Elemente Luft und Äther verbinden sich im bitteren Geschmack und er wirkt vor allem bei Pitta- und Kapha-Störungen stimulierend. Bitterstoffe finden wir in allen grünen Gemüsesorten, sie wirken reinigend auf Blut und Leber und sind ein natürliches Tonikum für die Haut.

In Frühlingskuren finden wir bittere Zutaten wie Löwenzahn oder Brennnessel denn bitter wirkt antitoxisch, keimtötend und fördert die Ausscheidung von Giftstoffen. Übertreiben sollten wir’s aber auch nicht, denn zu viele Bitterstoffe trocknen die Säfte im Körper aus und machen uns ängstlich, nervös und „verbittert“. Wer unter Vata-bedingten Störungen leidet sollte mit dem bitteren Geschmack vorsichtig umgehen, die trockenen und rauen Eigenschaften werden dadurch verstärkt. 

Bittere Lebensmittel sind u.a.:

Blattgemüse, Gerste, Granatapfel, Artischocken, Aloe Vera, Bockshornklee, Kurkuma, Kaffee, schwarzer Tee, Löwenzahn, Brennnessel, Rhabarber

 

HERB/ZUSAMMENZIEHEND –  kashaya 

 Was ist eigentlich herb? Kennst du das Gefühl auf der Zunge nachdem du eine unreife Banane gegessen hast? Man nennt es auch den herben oder zusammenziehenden Geschmack. Er entsteht aus der Verbindung der zwei gegensätzlichen Elemente Luft und Erde.

Der zusammenziehende Geschmack hat eine blutreinigende und kühlende Wirkung, er begünstigt die Trockenheit im Körper. Auf der psychischen Ebene fördert der herbe Geschmack die Feinfühligkeit und bringt innere Klarheit und spirituelle Öffnung.

Ist der herbe Anteil zu gross, können Verstopfungen und Vata-Störungen auftreten oder Angstzustände verstärken sich. Der herbe Geschmack wirkt ausgleichend auf Pitta und Kapha und erhöht das Vata-Dosha.

Beispiele von herben Nahrungsmitteln:

Kurkuma, Koriander, Hülsenfrüchte, unreife Kaki oder Banane, Granatapfel

 

DIE WEITEREN 3 GESCHMACKSRICHTUNGEN (SÜSS, SAUER, SALZIG) WERDEN HIER BESCHRIEBEN.

PS: Dieser Artikel wurde in leicht abgeänderter From im Blog von Yoga aktuell veröffentlicht.  

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