Rotkohl-Suppe mit Birne

Zutaten:

 

  • 1 kleiner Rotkohl
  • 2-3 EL Sesamöl
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 TL Ajwain (Alternative: ½ TL Kreuzkümmel und etwas Thymian)
  • 1 TL Kümmel
  • 1 Prise Asafoetida, auch Teufelsdreck genannt (Alternative: 1 Zehen Knoblauch andünsten und 1-2 Lorbeerblätter mitkochen)
  • 800 ml Gemüsebrühe
  • 1 Sternanis
  • 2 grosse Birnen
  • Wenig Zitronensaft
  • 1 Handvoll gehackte Walnüsse
  • Salz, Pfeffer

 

Vorbereitung:

Zwiebel schälen und fein hacken. Den Rotkohl von den äusseren Blättern entfernen, halbieren, den Strunk keilförmig ausschneiden. Rotkohl in dünne Streifen schneiden.

Die beiden Gewürze Ajwain und Kümmel im Mörser zerkleinern. 

 

Zubereitung:

Das Öl im Topf erhitzen und die gemörserten Gewürze (Ajwain, Kümmel) kurz anrösten. Zwiebel dazugeben ebenso Asafoetida  – für einige Minuten anschwitzen.

Den Rotkohl hinzufügen und bei mittlerer Hitze das Gemüse für 5-7 Minuten andünsten. Eine der beiden Birnen wird grob gewürfelt und gemeinsam mit dem Sternanis unter den Rotkohl gerührt.

Die Suppe mit 800 ml Gemüsebrühe aufgiessen, Deckel schliessen und bei mittlerer Hitze für ca. 30 Minuten köcheln lassen – gelegentlich umrühren. In der Zwischenzeit die zweite Birne in mundgerechte Stücke schneiden und mit Zitronensaft beträufeln.

Den Sternanis entfernen und mit dem Pürierstab die Suppe fein mixen. Falls du einen Standmixer hast dann verwende diesen, dann wird die Suppe extra schaumig. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Birnenstücke erst kurz vor dem Servieren in die Suppe geben – sie sollen warm sein aber nicht zerfallen.

Das Rotkohlsüppchen mit gehackten Walnüssen bestreuen.

Die rot-violette Farbe dieser Suppe ist heftig – und vielleicht für manch einen gewöhnungsbedürftig. Ich habe mich über „Food-Coloring“ schlau gemacht und gelesen, dass der natürliche Pflanzenfarbstoff von violett und blau gefärbten Lebensmitteln als Anti-Aging Wunderwaffe gilt und der frühzeitigen Hautalterung entgegenwirkt… und das sind noch lange nicht alle Argumente die für dieses Süppchen sprechen – überzeugt?  

Ich musste beim Kochen an eine Filmszene aus «Bridget Jones Diary/Schokolade zum Frühstück» denken. Als die tollpatschige Bridget in ihrer winzigen Wohnung in London ein selbstgekochtes Geburtstagsdinner organisiert taucht ihr Verehrer Mark plötzlich auf und hilft in der Küche. Die Lauchsuppe sieht ungeniessbar aus und ist komplett türkis gefärbt, denn Bridget hat das Gemüse mit einem blauen Wollfaden anstatt mit Küchengarn zusammengebunden. So arg ist’s mit der Rotkohl-Suppe dann aber doch nicht.

Zum Rezept und den Zutaten: Kohl wirkt entzündungshemmend und enthält viele Mineralstoffe und wichtige Ballaststoffe für den Darm, jedoch lässt er bei der Verdauung Gase entstehen. Damit auch ein sensibler Magen die Suppe ohne Folgen geniessen kann, verwenden wir vorbeugend viele Gewürze die die Verdauung anregen und sozusagen die Luft in die richtige Richtung leiten. 

Gewürze wie Zimt, Nelke oder Sternanis erinnern uns an die Winterzeit und an Vorbereitungen fürs grosse Weihnachtsfest. Mich versetzt dieser Geruch in eine warme Stube mit heissem Apfelpunsch wenn’s draussen kalt und weiss-verschneit ist. Nicht grundlos verwenden wir speziell diese Gewürze vor allem im Winter, sie wärmen von innen und regen die Verdauung an für die etwas schwerere Winterkost. Fast alle Gewürze wirken verdauungsfördernd und stoffwechselanregende. Sie fördern den Appetit und können manche ungewünschte Eigenschaft, wie in diesem Fall die blähende Wirkung des Rotkohles, neutralisieren. 

Durch das Rösten der Gewürze im Öl oder Ghee lösen sich die Aromastoffe im Fett, dadurch kann sich das Aroma und die Heilkraft der Pflanze besser in der Speise verteilen. Andere Gewürze wie z.B. Sternanis entfalten ihren vollen Geschmack vor allem durch langes mitkochen. 

Wegen ihrer stark Vata-reduzierenden Eigenschaften passen alle Kümmelsorten hervorragend zu schwerverdaulichen und blähenden Speisen wie Hülsenfrüchte, Bohnen oder Kohlgerichte. 

Im Gegensatz zu den meisten Ayurfood-Rezepten enthält diese Suppe ausnahmsweise keinen Kreuzkümmel, ich habe mich für den «normalen» Kümmel entschieden. In der traditionellen Küche wird den Kümmel gerne zum Brotbacken verwendet, auch für Sauerkraut, schwere und fette Fleischgerichte oder verschiedene Kohlsorten. Die im Kümmel enthaltenen ätherischen Öle sorgen nämlich dafür, dass schwer verdaubare Speisen bekömmlicher werden. 

Sowohl als Küchengewürz wie auch als Heilkraut ist der Kümmel wegen seiner stark blähungslindernden und karminativen Wirkung beliebt, er beeinflusst die Verdauungsvorgänge positiv und steigert die Durchblutung der Darmschleimhaut. Kümmeltee und auch Einreibungen mit Kümmelöl werden gerne bei Verdauungsbeschwerden oder auch bei leichten Magen-Darmerkrankungen empfohlen. 

Ajwain gehört ebenfalls zu der Familie der Kümmelgewürze, er wird auch Königskümmel genannt. Mir sind schon mehrere unterschiedliche Schreibweisen begegnet so z.B. Ajwein, Ajwan oder auch Ajowein.  

Ebenso wie unser heimische Thymian enthält Ajwain «Thymol» und wirkt positiv auf die Bronchien. Diese enthaltenen ätherischen Öle wirken reinigend und öffnend und sind besonders wirkungsvoll bei Atemwegsbeschwerden und Erkältungen. So ist Ajwain auch ein wunderbares Mittel für die Hausapotheke, man kann ihn z.B. bei Husten oder Heiserkeit mit Wasserdampf inhalieren. Ajwain wirkt besänftigend auf Vata und Kapha, Pitta-Menschen sollten das Gewürz wegen seiner brennenden Schärft mit Vorsicht geniessen.

Sternanis ist intensiv im Geschmack und erinnert an Lakritze, Zimt und Nelken. In der östlichen Küche wird Sternanis seit Jahrtausenden als schleimlösendes Heilmittel eingesetzt. 

In jedem Ayurveda-Rezept mit blähenden Zutaten wie z.B. Kohl, Bohnen, Linsen oder Kichererbsen finden wir Asafoetida oder auch Stinkasant genannt. Es ist ein extrem verdauungsförderndes und blähungswidriges Mittel aus einem Wurzelharz. Die Nase sollte man jedoch besser nicht zu tief in den Gewürztopf stecken, denn wie uns der Beiname «Stinkasant» bereits verrät, handelt es sich um ein schwefelartig riechendes Pulver. Aber keine Angst, nach dem Anrösten im Öl und der Zubereitung verschwindet der streng-riechende Geruch und ein zwiebelartiges Aroma verteilt sich im Gericht. Asafoetida ist von „tamasischer“ Natur, d.h. einerseits hat das Gewürz eine auf den Geist dämpfende oder abstumpfende Wirkung, andererseits kann es aber auch das «Geerdetsein» fördern. 

Meistens wird Asafoetida in einer Mischung mit Bockshornklee verkauft. Sowohl Ajwain als auch Asafoetida sind eher seltene Gewürze, man findet sie nur in ausgelesenen Bio-Shops oder Reformhäusern. Online sind diese Spezialgewürze z.B. über Veda.ch oder Cosmoveda.de (unbezahlte Werbung) erhältlich. 

Der Rotkohl in Kombination mit der herben Birne und den winterlichen Gewürzen – das Gericht zaubert einen aussergewöhnlichen Farbtupfer in die Suppenschüssel. Und nicht nur wegen der Farbe habe ich mit der Suppe gehadert – es war auch der Name, über den ich stolperte. Aus Österreich kommend spreche ich nämlich vom Blaukraut, in der Schweiz lebend heisst es hier Rotkabis oder Rotkohl – was auch immer – es ist dieser bunte Kohl, der jedes Jahr am Markt auftaucht wenn’s draussen dunkel, kalt und windig wird. 

En Guete!

Daniela 

2 responses to “Rotkohl-Suppe mit Birne

  1. Das is(s)t ja wieder lecker. Also ich sage dem Rotjraut „Blaukabis“ und je nach ph Gehalt der Zutaten verändert er seine Farbe, mal ist er rot, mal ist er blau.

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