Kichererbsen-Eintopf mit Feigen und Safran

Kichererbsen-Eintopf mit Feigen (Zutaten für 2 Portionen):

  • 3 getrocknete Feigen
  • 15 Safranfäden
  • 120 ml heisses Wasser
  • 1 EL Ghee
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 cm frischer Ingwer
  • ½ Zimtstange
  • ¼ TL Schwarzkümmel
  • ¼ TL Piment, gemahlen (Alternative: 3 Nelken)
  • 2 Schalotten
  • 2 kleine Süsskartoffeln (ca. 200g)
  • 120 ml Weisswein
  • Ca. 100 ml Gemüsebrühe
  • 2 kleine Zweige Rosmarin und/oder Thymian
  • 120 g gekochte Kichererbsen, im Sieb abspülen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Glatte Petersilie, Koriandergrün
  • etwas Griechisches Joghurt

Zubereitung:

Die getrockneten Feigen vom Stilansatz befreien und längs halbieren, mit den Safranfäden in eine kleine Schale geben und mit dem heissen Wasser übergiessen, ziehen lassen.

Schalotten und Süsskartoffeln in mundgerechte Stücke schneiden, Knoblauch fein hacken.

In einem kleinen Topf das Ghee erhitzen und darin Piment, Schwarzkümmel, Zimtstange, Knoblauch und den gerafften Ingwer kurz anrösten. Die gewürfelten Schalotten für 3-5 Minuten mit anbraten. Die Süsskartoffeln unterheben und für weitere 3-5 Minuten mitrösten. Mit Weisswein ablöschen und etwas einköcheln lassen.

Anschliessend die Kichererbsen in den Topf geben sowie die Feigen mitsamt dem Safran-Einweichwasser. Mit Gemüsebrühe aufgiessen sodass das Gericht knapp mit Flüssigkeit bedeckt ist. Rosmarin und/oder Thymianzweige in den Eintopf geben, Deckel schliessen und für ca. 15 Minuten leicht köcheln lassen. Danach noch weitere 5 Minuten auf kleiner Flamme den Eintopf ziehen lassen.

Zum Schluss das Gericht mit Salz und Pfeffer abschmecken, und mit den feingehackten Kräutern und einem Klecks Joghurt dekorieren. Dazu passt zum Beispiel gekochter Quinoa oder Couscous.

Spätestens nach dem Roman «Der Koch» von Martin Suter ist allseits bekannt, dass die Ayurveda-Küche ein eigenes Kapitel zum Thema «Love Food», sprich aphrodisierende Zutaten, verbirgt. Wer sich allerdings näher mit der Materie beschäftig wird schnell feststellen, dass es sich dabei um ein sehr weitläufiges und langfristigeres Konzept zur ganzheitlichen Förderung der Gesundheit handelt. Die im Roman beschriebenen impulsiven Effekte der Stärkung der Liebeskraft, sind natürlich sehr überzogen. Vorausgesagt sei aber, dass laut Ayurveda ein harmonisches Sexualleben, neben Ernährung und Schlaf, eine der drei Säulen für Gesundheit ist.

Im Ayurveda hängt die Vitalität und die Ausstrahlung eines Menschen eng mit der Bildung des Fortpflanzungsgewebes zusammen. Zur allgemeinen Stärkung werden natürliche Wirkstoffe und Therapien angewendet, die ganz speziell auf die Reproduktionsorgane wirken und dieses Fortpflanzungsgewebe nähren. Gewürze, Kräuter und Nahrungsmittel zielen darauf ab, das Lebenselixier „Ojas“ zu erhalten, ein hormonelles Gleichgewicht herzustellen und das Nervensystem zu stärken. Ojas ist sozusagen das Endprodukt der Verdauung, man könnte es auch als eine Art feinstoffliche Intelligenz beschreiben, die für ein inneres Strahlen, eine starke Immunkraft und einen ausgeglichenen Hormonhaushalt sorgt. Einen bestimmten Anteil von Ojas haben wir von Geburt an mitbekommen, der andere Teil ist je nach Lebensweise unterschiedlich vorhanden. Durch dauerhaften Stress, schlechte Ernährung oder schwere Krankheiten kann Ojas verloren gehen. Neben einem konstitutionsgerechten Lebensstil können wir auch durch positive Empfindung, Mitgefühl und Liebe den Anteil Ojas in uns stärken. Ängst und Unsicherheiten wie es zahlreiche Menschen in dieser ver-rückten Zeit erleben, sind z.B. „Ojas-Killer“. Man kann es auch mit der Redewendung „das geht mir an die Substanz“ vergleichen.

Chronischer Stress kann uns die innere Kraft und die Ausdauer rauben.

Auf der körperlichen Ebene sind das sensible Fortpflanzungsgewebe und das Nervensystem eng miteinander verbunden, beide reagieren sehr empfindlich auf Stress und Mangelerscheinungen. Psychische Belastungen bringt den Hormonhaushalt schnell durcheinander und chronischer Stress kann die Produktion von Geschlechtshormonen und die Fruchtbarkeit mindern. In diesem Sinne haben ayurvedische Aphrodisiaken eine durchaus weitläufigere Wirkung, sie vitalisieren den gesamten Organismus, schenken Energie und machen stress-resistenter. Viele der Zutaten schützen vor körperlicher und geistiger Erschöpfung und Auszehrung und sind extrem nährend. (In diesem Artikel gehe ich näher auf die Rasayanas ein und verrate das Rezept der köstlich süssen Laddu. Die Rasayana-Therapien werden oft mit einer «Verjüngungskur» verglichen, da sie speziell auf die Zell-Regeneration wirken.). 

Ganz allgemein könnte man sagen, dass es sich dabei um mehr saftige, süsse und leicht verdauliche Speisen handelt und weniger um saure, kalte und trockene Dinge. Zahlreiche Gewürze lassen uns bereits durch ihren sinnlichen Duft auf ihre Wirkung schliessen. Als besonders vitalisierende Zutaten werden im Ayurveda u.a. Ghee, Milch, Mandeln, Honig, Feigen, Datteln oder Granatapfel genannt. Gewürzen wie Safran, Kardamom, Muskat, Zimt, Vanille oder auch Rosmarin und Salbei werden ebenfalls betörende Wirkungen nachgesagt. 

Dieser verführerische Schmortopf mit ganzheitlich nährenden Zutaten wie Kichererbsen, Feigen, Safran und Süsskartoffeln schmeckt wohltuend und ist mild gewürzt. Die Feigen saugen sich durch das Garen mit Flüssigkeit auf und verleihen dem Gericht eine angenehme Süsse.

Ein paar Zeilen zu den Zutaten: 

Safran: Nährt und harmonisiert alle drei Doshas und fördert den Gewebsaufbau im Genitalsystem. Er hat eine stimmungsaufhellende Wirkung und ist von sattvischer Natur. 

Feigen: haben einen äusserst hohen Nährwert und sind reich an Mineralstoffen. Sie gelten als aphrodisierendes Verjüngungmittel und steigern die Lustempfindung rund um den Eisprung.  

Süsskartoffel: mit seiner zarten und weichen Konsistenz wirken Süsskartoffeln beruhigend auf das Vata-Dosha und verleihen dem Gericht einen wärmenden Wohlfühl-Effekt.

Knoblauch: wird in der Ayurveda-Küche vorwiegend gekocht verwendet, er gilt als Verjüngungs- und Regenerationsmittel und hat einen Effekt auf die Geschlechtshormone. Knoblauch beseitigt Stoffwechselschlacken und enthält ätherische Öle die antibakteriell wirken. Psychosomatisch kann er «tamasich», d.h. abstumpfend auf den Geist wirken und wird in der traditionellen Yoga-Küche gemieden.

Rosmarin: wirkt anregend, reinigend und macht gleichzeitig wach und entspannt (krampflösend). Rosmarin unterstützt die Liebeskraft indem er den Eisprung fördert. Auf der emotionalen Ebene fördert er die Freude und Begeisterungsfähigkeit und ich hab gelesen er soll sogar Liebeskummer vertreiben. 

Piment: wird auch Nelkenpfeffer genannt weil das Gewürz im Geschmack an Nelken, Zimt und Muskatnuss erinnert, es ist aber etwas schärfer. 

Schwarzkümmel wird auch Nigella genannt, wir finden die kleinen schwarzen Samen z.B. auf dem türkischen Fladenbrot. Er steigert den Geschmack und die Absorption, reduziert Schleim, wirkt regulierend auf das Hormonsystem und ist erhitzend.

Viel Freude mit diesem Kraftspender-Rezept für die Seele!

Daniela

PS. Passend zum Thema findest du hier nähere Informationen zum Koch-Workshop „Ayurveda für die Frau“.

2 responses to “Kichererbsen-Eintopf mit Feigen und Safran

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter

Möchtest du regelmässig über die neuesten Beiträge informiert werden? Dann melde dich hier für den Ayurfood Newsletter an: