Chili sin Carne

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 EL Ghee
  • 1 TL Kümmel ganz, im Mörser zerkleinert
  • 1 TL Kreuzkümmel ganz, im Mörser zerkleinert
  • ½ TL Ajwainsamen (auch Königskümmel genannt), im Mörser zerkleinert
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 Zimtstange
  • 1 Pr. Asafoetida
  • Oregano
  • 4 Lorbeerblätter
  • 1 grosse Zwiebel, klein gehackt
  • 2 Zehen Knoblauch, klein gehackt
  • ½ Peperoncini (je nach gewünschter Schärfe die Menge anpassen), klein gehackt
  • ½ gelbe Peperoni (Paprika) klein gewürfelt
  • 330 g Kidneybohnen gekocht (entspricht etwa 160g getrockneten Bohnen)
  • 600 g geschälte Tomaten, zerkleinert (aus der Dose)
  • 200 ml Wasser
  • 1 mittelgrosse Karotte in 1cm Würfel geschnitten
  • ½ Pastinake (oder 1 Stängel Staudensellerie) in 1cm Würfel schneiden
  • glatte Petersilie fein gehackt
  • ½ Becher Sauerrahm
  • Steinsalz und schwarzer Pfeffer

Zubereitung: 

Die Kidneybohnen über Nacht in ausreichend Wasser einweichen, am nächsten Tag das Einweichwasser wegschütten und die Bohnen in einem Topf mit frischem Wasser (ohne Salz und ohne Deckel) weich kochen. (Alternative: Kidneybohnen aus dem Glas verwenden.)

Das Ghee in einem Topf erhitzen und die gemörserten drei Kümmelsorten (Kümmel, Kreuzkümmel und Ajwain) darin anrösten, die fein gehackte Zwiebel, den Knoblauch und die Peperoncini mit anrösten, mit Curcuma und Asafoetida würzen. Die Peperoni (Paprika)-Würfel hinzufügen und alles zusammen etwas anbraten.

Nun die gekochten Kindneybohnen, die Tomaten, das Wasser, Zimtstange und Lorbeerblätter dazugeben, mit Oregano würzen und aufkochen lassen.

Das gewürfelte Gemüse (Karotten und Pastinake oder Selleriestange) hinzufügen und den Eintopf auf mittlerer Hitze für mindestens 30 Minuten leicht köcheln lassen.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit viel frischer Petersilie und etwas Sauerrahm geniessen.

 

Wenn’s draussen winterlich und eisig kalt ist sehne ich mich nach Eintopfgerichten, denn sie wärmen so schön von innen. Wie der Name schon sagt wird dieser würzige Bohneneintopf „sin carne“, d.h. ohne Fleisch, zubereitet. Der Geschmack orientiert sich an die klassische lateinamerikanische Version mit Kidneybohnen und zusätzlich hat es noch Wurzelgemüse.

Aufgrund der äusseren Kälte ist im Winter unser inneres Verdauungsfeuer/Agni etwas stärker und wir können deshalb auch ruhig etwas reichhaltiger essen. Kindeybohnen sind eher schwer verdaubar, sie wirken erhitzen und passen deshalb sehr gut in die ayurvedische Winterküche.

Kidneybohnen

Nach der Signaturenlehre teilen alle Früchte und Gemüse äusserliche Eigenschaften oder „Signaturen“ mit den Organen für die sie gesund sind. Die Kidney (englisch „Nieren“)-Bohne ähnelt in Form und Farbe der Niere und wirkt unterstützend auf deren Funktion. Und wer den Schnee draussen geniessen möchte der sollte vor allem die Nieren warm halten und sich gut vor Wind und Kälte schützen.

Ich persönlich verwende am liebsten getrocknete Bohnen und weiche sie über Nacht ein bevor ich sie am nächsten Tag recht lange koche. Je länger man die Bohnen kocht desto weniger blähend wirken sie, also plane genügend Zeit ein. Wer dafür keine Geduld oder Zeit hat der nimmt vorgekochte Bohnen, am besten aus dem Glas.

Kidneybohnen schmecken eher süsslich und nehmen durch das lange und langsame köcheln den Geschmack der Gewürze sehr gut an. Bei der Gewürzauswahl habe ich auf die verdauungsfördernde und eher wärmende Wirkung geachtet. Alle Kümmelsorten unterstützen die Verdauung und einen  Löffel Kurkuma gebe ich bei fast jedem Tomatengericht dazu. Tomaten sind unter den „Ayurvedis“ wegen ihres Säuregehalts und ihrer „srotas-blockierenden“ Wirkung („srotas“ =  Transportkanäle im Körper) etwas umstritten. Kurkuma soll die Säure der Tomaten etwas neutralisieren – vielleicht weiss jemand von euch wie viel Kurkuma es dafür braucht um dieses Resultat zu erzielen? Ich vertraue dabei immer meinem Gefühl und denke dass auch ein langes und langsames köcheln mit Kräutern und Gewürzen eine Tomatensauce erst so richtig rund und lecker macht.

 

Tipps für die 3 Konstitutionstypen: 

Dem sensiblen Vata-Magen rate ich an das Chili sehr lange und schonend zu kochen, die Bohnen und das Gemüse sollten richtig weich gegart sein und es darf auch ruhig etwas mehr Sauerrahm verwendet werden. Vorsicht mit der Schärfe! Vata wird u.a. durch „süss“ beruhigt, vielleicht mit etwas Ahornsirup abschmecken.

Ein feuriger Pitta Typ wird dieses Gericht lieben, das Gemüse darf noch etwas Biss haben und beim Würzen sollte man’s nicht übertreiben, denn wer viel Pitta hat dem droht Überhitzungs-Gefahr. Auch hier würde ich für eine süsslich-runde Note beim Abschmecken noch einen Schuss Ahornsirup hinzufügen. Frische grüne Kräuter wie Petersilie (bitter), Koriander (kühlend) oder ein frischer Avocado-Salat halten die Hitze in Schacht.

Als Beilage sind sowohl für Vata wie auch für Pitta gekochte Kartoffeln oder auch Reis passend.

Scharf und anregend gewürzt soll der Kapha-Typ dieses Chili sin Carne geniessen, roter Camargue-Reis oder auch Mais-Polenta sind für ihn eine geeignete Beilage. Sauerrahm sollte er nur sparsam verwenden.

 

„Hasta la vista!“

Daniela 

2 responses to “Chili sin Carne

  1. Sehr lecker klingt das – und sieht auch so aus! Genau das richtige bei diesem kalten Wetter. Ich glaube Chilli sin carne kommt diese Woche bei uns auf den Tisch. Allerdings wenig scharf, damit es auch die Kinder essen 🙂 Liebe Gruesse. M

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