Zauberhaftes Ghee

Für die Herstellung von Ghee benötigst du: 

  • ungesalzene Butter, am besten in Bio-Qualität
  • einen grossen schweren Topf
  • ein Sieb
  • einen Schöpflöffel
  • ein Passiertuch (Etamin) zum Abseihen
  • Vorratsgläser

Je nach verarbeiteter Buttermenge und Qualität dauert der Kochvorgang ca. 45-60 Minuten bis sich die Butter geklärt hat.

Die Kochanleitung mit Bildern findest du unten im Blogpost.

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Wenn es in unserer Küche süsslich nach Butterfett duftet dann weiss jeder: heute wird Ghee gekocht. Ich liebe dieses nussige Aroma, die goldgelbe Farbe und den Geruch wenn ich Gewürze in Ghee anröste. Die Herstellung von Ghee ist ganz einfach, trotzdem sollte man sich aber genügend Zeit dafür nehmen, sauber arbeiten und aufmerksam beim Prozess bleiben denn es kann auch schiefgehen bzw. anbrennen. Wenn ich danach die goldig-klare Flüssigkeit in Gläser abfülle erfüllt mich immer wieder eine innere Zufriedenheit. Natürlich kann man fertiges Ghee auch in sehr guter Bioqualität kaufen z.B. http://chrüterhäx.ch/ghee/. Trotzdem finde ich ein selbst gemachtes Ghee etwas Besonderes, es verleiht jeder noch so einfachen Mahlzeit eine positive Schwingung. So stell ich mir das zumindest vor 🙂

Was ist Ghee?

Die besondere Wirkung von Ghee beruht auf der Art der Herstellung. Ghee ist reines Butterfett, d.h. Butter wird solange gereinigt und veredelt bis sie gänzlich frei von Wasser, Milcheiweiss und Milchzucker ist. Durch die Erwärmung verdampft beim Herstellungsprozess das Wasser und der Milchzucker setzt sich am Boden des Kochtopfes ab. Das Milcheiweiss schwimmt als Schaum oben auf und wird abgeschöpft und durch das Abseihen zum Schluss eliminiert. Was übrig bleibt ist reines Butterfett – Ghee.

Ghee gehört zu den Lebensmitteln die wir täglich verzehren sollten denn es hat den höchsten Anteil an „Ojas“, der feinsten Lebensenergie die unsere Immunkraft stärkt und uns ein strahlendes Aussehen verleiht. Es gilt als „Rasayana“ d.h. als ein verjüngendes und die Langlebigkeit förderndes Nahrungsmittel und alle Speisen die mit Ghee zubereitet werden können vom Körper besser aufgenommen und leichter verdaut werden. Wie bei allen Fetten ist aber die richtige Anwendung und der sparsame Gebrauch (je nach Konstitution und Jahreszeit) zu beachten.

Wie wirkt Ghee?

Ghee wirkt ganzheitlich regenerierend auf den Körper und die Psyche, es wirkt ausgleichend auf alle fünf Elemente und schafft so die Grundvoraussetzung für einen ausgeglichenen Gesundheitszustand. Ghee beruhigt Vata, vermehrt Kapha und kühlt Pitta während es gleichzeitig Agni/die Verdauungskraft anregt. Es regt also den Appetit, den Stoffwechsel sowie die Ausscheidung an.

Zudem erleichtert Ghee die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Es ist verdaulicher als Butter, Pflanzenöle und andere tierische Fette. Da es basisch verstoffwechselt wird erhöht es das Pitta-Dosha nicht.

Ghee gilt als eine Art „Gehirntonikum“, es verbessert das Gedächtnis und baut Nervosität ab. Es führt auch zu einer deutlich besseren Herz-Kreislauf-Verfassung und besitzt eine entzündungshemmende und wundheilende Wirkung. Die Gelenke werden durch die Verwendung von Ghee geschmeidiger und auch bei Verstopfungsproblemen kann Ghee helfen.

Wie wird Ghee verwendet?

IMG_0998In der Küche kann Ghee zum Kochen, Braten, Backen, Dünsten und Frittieren verwendet werden oder man schmiert es einfach wie Butter aufs Brot. In einem ersten Schritt werden beim ayurvedischen Kochen die Gewürze meistens in Ghee angeröstet. Dadurch entfalten die Gewürze ihr typisches Aroma und die Wirkstoffe können sich im Fettstoff ausbreiten. Das Ghee dient somit als Transportmittel für die Wirkstoffe und Heilsubstanzen.

Ghee findet aber nicht nur in der Küche seine Verwendung, es ist eines der vielseitigsten aber auch ältesten Hausmittel welches sowohl innerlich wie auch äusserlich angewendet wird.

In der ayurvedischen Schönheitspflege schwört man auf seine hautfreundlichen Eigenschaften  z.B. zum Abschminken oder als Pflege für die Lippen. Für eine gereizte und gerötete Haut ist Ghee ein Balsam und bei Verbrennungen wirkt es kühlend und beruhigen. Massagen mit Ghee haben eine positive und entgiftende Wirkung und zusammen mit warmer Milch sorgt es für eine angenehme Nachtruhe und dient als leichtes Abführmittel für den nächsten Tag. Bei Schlafstörungen und Nervosität kann das abendliche Massieren der Fusssohlen mit Ghee eine beruhigende Wirkung zeigen.
Viele ayurvedisch-medizinischen Zubereitungen haben Ghee als Grundlage. Mediziniertes Ghee enthält eine Vielzahl von Heilkräutern, die nach bestimmten Regeln vorbereitet und dann untergerührt werden. Ghee wirkt dann als Transportmittel, welches die wichtigen Substanzen durch fettdurchlässige Zellmembrane in die Zellen trägt. Dieses medizinierte Ghee wird gerne bei Allergien und Hautproblemen verwendet.

Wegen seiner Einzigartigkeit wird Ghee auch bei religiösen Opferzeremonien eingesetzt wie z.B. bei hinduistischen „Pujas“. Auch indische Öllampen werden bei Hochzeiten, Begräbnissen oder anderen religiösen Riten oftmals mit flüssigem Ghee betrieben.

 

Kochanleitung:  

  • In einem grossen, schweren Topf bringt man ungesalzene Butter zum Schmelzen bis sie leicht köchelt. Die Temperatur drosseln damit die Butter nicht verbrennt. Von Anfang an nur wenig umrühren.

 

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  • Zuerst steigen Bläschen nach oben dann bildet sich Schaum, diesen kann man abschöpfen. Je nach Butter kann die Schaumbildung ca. 30-45 Minuten dauern. Die Hitzezufuhr dabei drosseln, es soll immer leicht köcheln aber die Butter darf nicht braun werden.

 

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  • Nach ca. 45 Minuten ist der Wasseranteil verdampft (Butter enthält ca. 15% Wasser) und es bildet sich kein Schaum mehr. Die Flüssigkeit im Topf wird langsam goldgelb und klarer, am Boden setzt sich der abgesonderte Milchzuckeranteil ab. Wenn man durch das klare Ghee auf den Topfboden sehen kann dann ist es fertig. (Falls man nicht allzuviel umgerührt hat verfärben sich die Reste am Topfboden leicht braun, das ist ebenfalls ein Zeichen dass das Ghee fertig ist.)

 

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  • Nun siebt man das klare Ghee durch ein feines Maschensieb und ein Passiertuch direkt in ein Vorratsglas. Nach dem Erkalten wird das Ghee sahnig gelb und etwas fester in der Konsistenz. Ghee wird am besten an einem dunklen kühlen Ort aufbewahrt (nicht im Kühlschrank) es sollte nicht luftdicht verschlossen werden und ist auch ohne Kühlung über lange Zeit haltbar. Es wird nicht ranzig und oxidiert auch nicht.

 

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Auch wenn es vielleicht anfangs etwas mühsam erscheint, der Aufwand lohnt sich, das kann ich dir versichern.

Ich wünsche dir viel Freude bei der Zubereitung deines eigenen, kraftvollen und heilsamen Ghee’s. 

 

 

6 responses to “Zauberhaftes Ghee

  1. Liebe Daniela! Ich bin begeistert von diesem Ghee! Habe es selber gemacht und benutze es fleissig zum Anbraten! Ausserdem inspirieren mich Deine Rezepte sehr!
    Vielen Dank! Freue mich auf weitere Rezepte von Dir! Glg Susanne

  2. Guten Tag, seit einiger Zeit gelingt mir das Ghee aus Sauerrahmbutter nicht mehr so wie vorher. Ich mache alles genau nach anleitung, aber wenn es abgekühlt ist, wird es nicht richtig fest. Oben sondert sich eine Daumenbreite flüssige und durchsichtige Schicht ab und unterhalb ist es milchig und etwas fester. Woran kann das liegen? Über eine Antwort und einen Tipp würde ich mich freuen. Bernadette

    1. Liebe Bernadette – schön dass du das Ghee auch selbst herstellst, ich glaube du machst alles richtig. Ich vermute, dass das Ghee nicht fest wird weil derzeit (im Sommer) die Aussentemperaturen deutlich höher sind. Auch ich bemerke manchmal Unterschiede in der Herstellung, Butter ist ein Naturprodukt und je nach Hersteller, aber auch je nach Saison verhält sie sich unterschiedlich. Liebe Grüsse, Daniela

  3. Hallo liebe Daniela
    ich würde sehr gerne Ghee auch mal selber herstellen, habe mich bis jetzt aber noch nicht so richtig getraut :-/
    Wo kann ich ungesalzene Butter kaufen?
    Vielleicht wäre das Herstellen von Ghee mal einen Workshop wert 😉
    Liebe Grüsse
    Seraina

    1. Liebe Seraina, danke für deine Nachricht, ich freue mich über dein Interesse. Ungesalzene Butter ist eigentlich die „normale“ Butter die du im Supermarkt oder Bio-Laden findest, z.B. von Demeter. Die Herstellung von Ghee ist eigentlich sehr einfach, man braucht ein wenig Zeit, probier’s doch einfach mal aus. Wichtig ist, immer beim Kochtopf bleiben und nur auf kleiner Hitze köcheln lassen, damit es nicht verbrennt.
      Bezüglich Workshop – ich hatte mal einen laufen über Gewürzkunde und die Herstellung von Ghee – gute Idee, ich könnte es wiedermal in mein Repertoire aufnehmen. Liebe Grüsse, Daniela

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