Hülsenfrüchte – gewusst wie

Viele Leute meiden Hülsenfrüchte da sie diese mit unangenehmen Blähungen oder Bauchschmerzen in Verbindung bringen. Tatsächlich wirken (fast) alle Linsen- und Bohnensorten Vata-erhöhend d.h. sie vermehren das Luft-Element im Körper und sind eher schwer verdaulich. Mit der richtigen Zubereitungsart und einer weisen Auswahl von Gewürzen zeigt uns die Ayurveda-Küche wie man feine Gerichte mit Hülsenfrüchten auch ohne lästige Nebenwirkungen geniessen kann.

 

Die beliebtesten im Ayurveda

In der ayurvedischen Tradition spielt Mungdal eine ganz besondere Rolle, er wird wegen seiner sehr bekömmlichen Wirkung oft als Heilkost (z.B. Kitchari) verabreicht. Der gelbe Mungdal gilt als die „Königin aller Hülsenfrüchte“ denn er ist die einzige Sorte die nicht Vata-erhöhend wirkt und er ist für jeden Konstitutionstyp geeignet.

Mungdal, die geschälte und halbierte Mungbohne, ist im Handel leider gar nicht so einfach zu bekommen. Wer ihn in Bio-Qualität sucht dem rate ich zum Online-Shop (z.B. veda.ch) oder man pilgert in Zürich ins Mohini, oder in Bern zur Bollwerkapotheke (weitere Einkaufstipps nehme ich dankend entgegen). In herkömmlicher Qualität findet man den Mungdal z.B. in indischen Lebensmittelgeschäften.

Die grüne Mungbohne gibt es hingegen in den meisten Bio-Geschäften. Sie ist sehr reich an pflanzlichen Proteinen und wird wegen ihres hohen Mineralstoff-Gehalts oft bei Detox- oder Schlankheitsdiäten angeraten. Ein Rezept der bekannten Mungbohnensuppe sowie weitere Details zur „grünen Wunderbohne“ findest du hier im Blog.

Weitere wertvolle Hülsenfrüchte in der Ayurvedaküche sind u.a. Kichererbsen, Chana-Dal, roten Linsen und schwarze Linsen (Urad-Dal). Rote Linsen haben eine relativ geringe Kochzeit und müssen auch nicht eingeweicht werden.Sie eignen sich hervorragend für Suppen– oder Eintopfgerichte. Kichererbsen sind eher schwer verdaulich, sie wirken stärkend auf den Körper und man sagt ihnen sogar eine aphrodisierende Wirkung nach. Die halbierten Kichererbsen wird Chana-Dal genannt, er sollte zwar eingeweicht werden, seine Kochzeit ist jedoch deutlich geringer als die der Kichererbsen. Beide Arten sollte man immer mit ausreichend Öl oder Ghee zubereiten um der trockenen und Vata-erhöhenden Eigenschaft entgegenzuwirken. Chana-Dal verwende ich sehr gerne für Humus oder Dalgerichte.

 

Einweichen der Hülsenfrüchte

Bei der Zubereitung von Hülsenfrüchten solltest du je nach Art, eine ausreichende Einweich- und Garzeit mit einberechnen. Generell gilt, je länger man die Hülsenfrüchte im Wasser liegen lässt und je länger man sich danach Zeit nimmt fürs Kochen, desto bekömmlicher werden sie. Manchen Sorten wie z.B. Kichererbsen, oder auch einige Bohnensorten, müssen eine ganze Nacht im Wasser liegen bevor man sie weiter verarbeitet. Für andere Sorten wie z.B. die grüne Mungbohne reichen ein paar Stunden. Verwende zum Einweichen kaltes Wasser und eine grosse Schüssel denn die Hülsenfrücht’chen können ihr Volumen über Nacht erstaunlich ausbreiten. Nach dem Einweichen sollte man die Linsen und Bohnen immer nochmals abspülen und das Wasser wegschütten.

Um Zeit und auch Energie zu sparen koche ich öfters die doppelte Menge von Bohnen oder Kichererbsen und bewahre einen Teil für ein weiteres Gericht im Kühlschrank. Bleiben noch Reste übrig so verarbeite ich diese gerne zu Humus oder einem Aufstrich.

 

img_5459Hülsenfrüchte kochen

Gekocht werden die Hülsenfrüchte in einem ausreichend grossen Topf mit frischem Wasser, ohne Deckel. Wie du vielleicht schon weisst werden alle Bohnen und Linsensorten auch immer ohne Salz und auch ohne Essig gekocht denn sonst werden sie nicht weich.

Auch bei der Garzeit gibt es grosse Unterschiede je nach Art der Hülsenfrucht. Kichererbsen können schonmal  5-6 Stunden am Herd stehen bis sie gar und verträglich sind. Im Ayurveda wird allgemein geraten um alle Bohnen und Linsensorten möglichst lange zu kochen, dadurch werden sie bekömmlicher und können vom Körper besser aufgenommen werden. Ins Kochwasser werfe ich gerne ein paar Lorbeerblätter mit rein, das intensiviert nicht nur den Geschmack sondern wirkt sich auch positiv auf die Verdauung aus.

Während des Kochens sollte man zwischendurch kontrollieren ob es noch genügend Flüssigkeit im Topf hat und evtl. frisches Wasser nachgiessen. Sollte sich Schaum bildet so kann man diesen einfach abschöpfen.

 

Dreamteam: Hülsenfrücht & Gewürze

Sehr typisch für alle ayurvedischen Gerichte ist die Verwendung von verdauungsfördernden Gewürzen. Kreuzkümmel, Lorbeerblätter, Fenchel, Kardamom, das sind nur einiger der Helfer die man in einem ayurvedischen Linseneintopf, auch Dal genannt, findet. Diese Gewürze unterstützen die Verdauungskraft und wirken etwaigen Blähungen entgegen.

Beim jedem ayurvedischen Dal wirst du auch immer „Hing/Asafoetida“ bei der Zutatenliste finden. Dieses überaus stark riechende Harz des Aasant-Baums habe ich in seiner reinen Form bisher nur in Indien gesehen. Hierzulande kann man es als Pulver in kleine Döschen, meist gestreckt mit Bockshornklee oder anderen Gewürzen, auch unter dem Namen „Teufelsdreck“ oder „Stinkasant“ kaufen.

Das Motto „…leitet die Luft in die richtige Richtung“ ist mein Merksatz zu Hing, und jeder der gerne Bohnen oder Linsen isst, weis von welcher Luft ich spreche. Auch bei der Zubereitung von diversen Kohlgerichten wird die anti-blähende Wirkung von Hing sehr geschätzt. In der Ayurveda-Therapie wird Hing bei Verdauungsstörungen oder auch bei Appetitlosigkeit und Mundgeruch eingesetzt.

 

Hülsenfrüchte sind wertvolle pflanzliche Proteine

Hülsenfrüchte liefern unserem Körper u.a. wertvolle Aufbaustoffe, Eiweisse und Mineralstoffe. In Kombination mit Kohlenhydraten wie z.B. Reis oder anderen Getreidesorten versorgen die Hülsenfrüchte den Körper mit allen notwendigen Aminosäuren, die normalerweise nur in tierischem Eiweiss vorhanden sind. Deshalb wird vor allem Vegetariern geraten um regelmässig Hülsenfrüchte und Bohnen gemeinsam mit einem stärke-haltigen Lebensmittel zu sich zu nehmen.

 

Im Blog findest du passend zum Thema u.a. folgende Rezepte: Orientalischen Kichererbsen-Eintopf, Dal aus gelben Linsen, Mungbohnensuppe, Rote Linsensuppe mit Sellerie, Kitchari mit Gemüse, Chili sin Carne, Falafel-Taler

 

2 responses to “Hülsenfrüchte – gewusst wie

  1. Liebe Daniela, danke erst einmal für den tollen Blog, über den ich mich immer sehr freue! Zum Thema Mungdal in Bio-Qualität: In Bern bekommt man es in der Bollwerkapotheke, gleich hinter dem Hauptbahnhof. Auch Hing in Bio gibt es dort!
    Liebe Grüsse, Mary

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